Ein kleiner Betrieb punktet mit dem Alltag: kurze Wege zur Baustelle, ein festes Team, pünktliches Geld, ein Chef, der mit anpackt, und ein Feierabend, der hält. Das haben viele Betriebe längst, nur weiß es draußen keiner. Nenn es in der Anzeige beim Namen und zeig es mit Fotos und Videos aus deinem Betrieb, ausgespielt im Umkreis.

Womit kann ein kleiner Betrieb gegen die Großen punkten?
Du sitzt abends über der Stellenanzeige und überlegst, was du hineinschreiben sollst. Zuerst fällt dir ein, was fehlt: 4-Tage-Woche, Firmenwagen für privat, ein Gehalt wie in München oder Stuttgart. Dabei verbringt ein Monteur seinen Tag im Heizungskeller und im Firmenwagen. Was ihn dort stört, merkt er jeden Tag: eine Stunde Anfahrt, jede Woche andere Kollegen, Material, das auf der Baustelle fehlt, ein Chef, den er nur beim Jahresgespräch sieht.
Genau da ist ein kleiner Betrieb oft im Vorteil:
- Kurze Wege: Die Baustellen liegen im Umkreis, abends ist er daheim.
- Festes Team: Er arbeitet jeden Tag mit denselben Leuten.
- Der Chef packt mit an: Probleme klärt er direkt auf der Baustelle, ohne drei Ebenen dazwischen.
- Eigene Projekte: Er baut ein Bad oder eine Heizung von Anfang bis Ende und sieht, was er geschafft hat.
- Pünktliches Geld: Der Lohn ist am Monatsende da, jeden Monat.
Die Konkurrenz um diese Leute ist groß. Rund die Hälfte der etwa 48.000 SHK-Betriebe meldet offene Stellen (ZVSHK). Der Monteur hat die Wahl, und er wählt nach dem, was er sieht.

Reichen Pluspunkte wie 4-Tage-Woche oder 13. Gehalt?
Betriebe nennen uns im Gespräch oft dieselben Pluspunkte: 30 Tage Urlaub, ein 13. Gehalt, freie Samstage, die 4-Tage-Woche. Das hilft alles. Allein reicht es selten. Das sagen uns auch Inhaber, die die 4-Tage-Woche längst eingeführt haben.
Der Grund liegt beim Leser. Einen Pluspunkt in der Stellenanzeige liest nur, wer schon sucht. Der Geselle, der in seinem Betrieb halbwegs zufrieden ist, liest keine Stellenanzeigen. Er muss deinen Betrieb erst sehen, bevor er sich überhaupt fragt, ob ein Wechsel lohnt. Für 10.941 offene Gesellenstellen in Sanitär, Heizung und Klimatechnik gab es 2025 rechnerisch keinen passenden Arbeitslosen (KOFA/IW). Die Leute, die du willst, sind in Arbeit.
Bei Heizung-Sanitär Klaß in Türkenfeld liefen deshalb Anzeigen im Umkreis, die den Alltag zeigten: eigene Projekte, ein festes Team, die 4-Tage-Woche. Fotografiert wurde im Betrieb, mit den eigenen Leuten. Darauf kamen 35 Bewerbungen für einen Anlagenmechaniker als Obermonteur, 16 davon von Leuten mit Erfahrung im Fach. Das ist ein Fall aus einem Betrieb, eine Zusage für deinen ist es nicht.
Quelle: eigene Kampagne, Heizung-Sanitär Klaß, 2024
„Das zieht schon mal, aber wechseln wollen sie nicht.“
Inhaber, SHK-Betrieb, über die 4-Tage-Woche (2026)
Wie zeigst du das in der Anzeige, damit man es dir glaubt?
„Familiäres Arbeitsklima“ und „junges, motiviertes Team“ stehen in vielen Stellenanzeigen. Ein Monteur liest darüber hinweg. Laut Bitkom nutzen acht von zehn ausbildenden Handwerksbetrieben digitale Kanäle, um Auszubildende anzusprechen. Du stehst dort also nicht allein und fällst nur mit Sätzen und Bildern auf, die zu keinem anderen Betrieb passen.
Die Fotos macht bei uns ein Fotograf bei dir im Betrieb, mit deinen Leuten. Das Shooting dauert rund anderthalb bis zwei Stunden. Die Tabelle zeigt, wie aus einem Pluspunkt ein Satz und ein Bild wird.
Je konkreter, desto eher glaubt man es dir. Ein Vorname und ein Ortsname machen aus einer Behauptung etwas, das man nachprüfen kann. Ein Bewerber, der deinen Firmenwagen schon zweimal in seinem Dorf gesehen hat, glaubt dir die kurzen Wege sofort.
| Was du bietest | So steht es in der Anzeige | So zeigst du es im Bild |
|---|---|---|
| Kurze Wege | „Unsere Baustellen liegen zwischen [Ort A] und [Ort B]. Abends bist du daheim.“ | Firmenwagen vor einem Einfamilienhaus aus der Gegend |
| Festes Team | „Du arbeitest jeden Tag mit denselben zwei Kollegen.“ | Die Monteure zusammen am Lager, mit Vornamen |
| Chef packt mit an | „Der Chef steht mit im Heizungskeller.“ | Der Inhaber bei der Arbeit an einer Anlage |
| Eigene Projekte | „Du baust das Bad vom Rückbau bis zur letzten Fuge.“ | Ein fertiges Bad aus deinem Betrieb im Vorher-nachher-Vergleich |
| Planbare Zeiten | „Feierabend um [Uhrzeit], samstags frei.“ | Kurzer Clip vom Feierabend am Hof |
Beispiele. Setz deine eigenen Orte und Zeiten ein.
Wir sitzen auf dem Land und zahlen weniger als die Stadt. Geht das?
Ja, wenn du mit dem punktest, was die Stadt nicht bietet. Ein Monteur, der 20 Minuten von deinem Betrieb wohnt und jeden Morgen eine Stunde in die Stadt pendelt, rechnet anders, als die Gehaltstabelle vermuten lässt. Er spart jeden Tag Zeit und Sprit, und er ist abends früher bei der Familie.
Dazu kommt, dass auf dem Land oft kaum ein anderer Betrieb im Umkreis mit Anzeigen um Monteure wirbt. Die Anzeigen laufen nur in deinem Einzugsgebiet. Die Leute in deinen Nachbarorten sehen deinen Betrieb, und der große Betrieb aus der Stadt taucht bei ihnen gar nicht auf.
Nenn beim Gehalt eine Spanne, wenn du kannst. Das spart Gespräche mit Leuten, deren Vorstellung weit darüber liegt. Welche Fragen vor der Bewerbung sonst noch sortieren, steht im Ratgeber Wie bekomme ich passende Bewerber?
Was kannst du diese Woche selbst tun?
- Frag deine besten Monteure, warum sie bei dir geblieben sind. Schreib die Antworten wörtlich auf.
- Schau nach, wie weit deine Baustellen im Schnitt vom Betrieb weg sind.
- Mach mit dem Handy Fotos vom Alltag: das Team am Firmenwagen, eine fertige Anlage.
- Streich aus deiner Stellenanzeige jeden Satz, den auch der Nachbarbetrieb schreiben könnte.
- Leg fest, was du zu Gehalt und Arbeitszeit sagen kannst und willst.
Die Antworten deiner Monteure sind oft die besten Sätze für die Anzeige, weil sie so klingen, wie Monteure reden. Mit diesem Material hast du den Stoff für eine Anzeige, die nach deinem Betrieb klingt. Wie daraus Bewerbungen werden, steht im Ratgeber Anlagenmechaniker finden. Was es kostet, wenn die Stelle weiter offen bleibt, rechnet der Ratgeber Was kostet eine unbesetzte Stelle? durch.
Häufige Fragen
Wir haben keine 4-Tage-Woche und keinen Firmenwagen. Haben wir trotzdem eine Chance?+
Ja. Pünktliches Geld, ein fester Umkreis und ein Chef, der mit anpackt, sind für viele Monteure schon Grund genug. Man muss es nur sehen. Zeig deine Leute bei der Arbeit, nenn die Orte, in denen du arbeitest, und sag, wann Feierabend ist.
Muss ich mehr zahlen als die großen Betriebe?+
Nicht zwingend. Ein kürzerer Weg zur Arbeit, feste Kollegen und planbare Zeiten zählen für viele mit. Deutlich unter dem, was in deiner Gegend üblich ist, solltest du aber nicht liegen. Nenn eine Spanne in der Anzeige, dann weißt du früh, ob es passt.
Ich will nicht vor die Kamera. Geht es auch ohne mich?+
Ja. Oft reicht es, wenn deine Monteure im Bild sind, bei der Arbeit oder am Firmenwagen. Ein kurzer Satz von dir hilft trotzdem, weil ein Bewerber sehen will, wer sein Chef wird. Der Fotograf kommt zu dir in den Betrieb, das Shooting dauert rund anderthalb bis zwei Stunden.
Hilft eine Karriereseite auf der eigenen Website?+
Als Anlaufstelle ja. Wer deine Anzeige sieht, schaut oft zuerst auf die Website. Dort sollten die Stelle, deine Leute und ein kurzer Weg zur Bewerbung stehen. Allein bringt sie wenig, weil sie nur findet, wer schon sucht. Erwin Schmidt & Sohn hatte die Stelle auf der eigenen Website, gebracht hat das wenig.
Lohnt es sich, selbst auszubilden?+
Ja, auf lange Sicht. 2025 gab es 40.770 Auszubildende zum Anlagenmechaniker SHK, 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr (ZVSHK). Wer ausbildet, hat in ein paar Jahren eigene Gesellen. Die Stelle, die heute offen ist, füllt ein Azubi aber nicht. Anzeigen funktionieren auch für Azubis, mit einer anderen Ansprache.
Quellen
Für alle Gewerke
Dieselben Fragen aus Sicht aller Handwerksbetriebe, im Ratgeber der HandwerksManufaktur:
Grundlage sind unsere Gespräche mit SHK-Inhabern und die Zahlen aus unseren Kampagnen, ergänzt um die genannten Quellen. Geschrieben von Noah Seelau mit Unterstützung von KI, jede Zahl ist geprüft.
