Eine offene Monteursstelle kostet dich jeden Monat den Deckungsbeitrag der Stunden, die niemand verrechnet, dazu Suchkosten und Überstunden der anderen. Im Rechenbeispiel mit 120 Stunden und 35 € Deckungsbeitrag je Stunde sind das 4.200 € im Monat. Gemeldete Stellen im Handwerk waren 2025 laut Bundesagentur für Arbeit im Schnitt 242 Tage offen.

Wie lange bleibt eine Stelle im Handwerk offen?
Seit dein Monteur im Frühjahr gekündigt hat, sagst du Kunden am Telefon, dass es vor dem Herbst nichts mehr wird. Wie lange so eine Lücke im Handwerk dauert, hat die Bundesagentur für Arbeit ausgewertet. Danach war eine gemeldete Stelle im Handwerk 2025 im Schnitt 242 Tage offen. Über alle Berufe waren es 167 Tage. 242 Tage sind rund acht Monate, in denen ein Firmenwagen auf dem Hof steht oder ein Kollege die Arbeit nach Feierabend mit erledigt.
Die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik gilt dabei als Engpassberuf. In der Engpassanalyse der Bundesagentur liegt sie bei der Vakanzzeit auf der höchsten Stufe: Der Median liegt bei 80 Tagen oder mehr. Median heißt, mindestens die Hälfte der Stellen ist so lange oder länger offen. Ein Durchschnitt fällt meist höher aus als der Median, weil Stellen, die sehr lange offen bleiben, ihn nach oben ziehen.
Beide Werte beziehen sich auf Stellen, die bei der Arbeitsagentur gemeldet sind. Viele Betriebe suchen daneben über Zeitung, Aufkleber oder Empfehlung. Wie lange es bei dir dauert, weißt nur du. Für die Rechnung unten nehmen wir die 242 Tage als Beispiel, weil sie amtlich sind und fürs Handwerk gelten.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Jahresdurchschnitt 2025
Was genau kostet dich ein fehlender Monteur?
Fehlt ein Monteur, sparst du seinen Lohn. Du verlierst aber, was seine Stunden sonst eingebracht hätten, und die festen Kosten für Halle und Firmenwagen laufen weiter. Der Verlust ist deshalb der Deckungsbeitrag. Das ist dein Stundenverrechnungssatz minus die Lohnkosten des Monteurs je Stunde, mal die Stunden, die niemand verrechnet.
Dazu kommen Posten, die in keiner Buchhaltung als Kosten der offenen Stelle auftauchen:
- Aufträge, die du absagst oder ins nächste Jahr schiebst, weil niemand frei ist.
- Überstunden deiner anderen Leute, bezahlt oder abgefeiert.
- Suchkosten. Betriebe haben uns 2.500 € für eine Zeitungsanzeige mit einer einzigen Bewerbung genannt, 7.000 bis 10.000 € für einen Vermittler und Abwerbeprämien bis 5.000 €.
- Die Gefahr, dass ein überlasteter Kollege selbst kündigt.
Die Rechnung unten nimmt nur den Deckungsbeitrag und die Suchkosten. Alles andere kommt obendrauf.
Rechenbeispiel: So rechnest du die Kosten aus
Die Formel:
Kosten = Monate offen × verrechenbare Stunden im Monat × (Stundensatz − Lohnkosten je Stunde) + Suchkosten
Die Annahmen im Beispiel:
- 8 Monate offen: 242 Tage, der Durchschnitt im Handwerk laut Bundesagentur.
- 120 verrechenbare Stunden im Monat: ein Monteur, der an rund 20 Tagen je 6 Stunden beim Kunden abrechnet.
- 70 € Stundensatz netto und 35 € Lohnkosten je verrechenbarer Stunde mit Lohnnebenkosten. Das ergibt 35 € Deckungsbeitrag je Stunde.
- 2.500 € Suchkosten: eine Zeitungsanzeige, wie sie uns ein Betrieb genannt hat.
Ausgeschrieben: 8 × 120 × (70 € − 35 €) + 2.500 € = 8 × 120 × 35 € + 2.500 € = 33.600 € + 2.500 € = 36.100 €. Je Monat fehlen dir im Beispiel 120 × 35 € = 4.200 €.
Das ist ein Rechenbeispiel, keine Prognose. Bis auf die Vakanzzeit sind alle Werte angenommen, deine können höher oder niedriger liegen. Material, das der Monteur mit Aufschlag verbaut hätte, fehlt in der Rechnung, genauso abgesagte Aufträge und Überstunden. Trag deine Werte in die Tabelle ein.
| Feld | Was du einträgst | Beispiel | Dein Wert |
|---|---|---|---|
| Monate offen | Wie lange die Stelle offen ist oder voraussichtlich bleibt | 8 | … |
| Verrechenbare Stunden im Monat | Stunden, die ein Monteur beim Kunden abrechnet | 120 | … |
| Stundensatz netto | Dein Verrechnungssatz für eine Monteursstunde | 70 € | … |
| Lohnkosten je Stunde | Bruttolohn plus Nebenkosten im Monat, geteilt durch die verrechenbaren Stunden | 35 € | … |
| Deckungsbeitrag je Stunde | Stundensatz minus Lohnkosten | 35 € | … |
| Kosten je Monat | Stunden × Deckungsbeitrag | 4.200 € | … |
| Suchkosten | Anzeigen, Vermittler, Prämien | 2.500 € | … |
| Kosten gesamt | Monate × Kosten je Monat + Suchkosten | 36.100 € | … |
Rechenbeispiel, keine Prognose. Bis auf die Vakanzzeit sind alle Werte angenommen. Vakanzzeit: Bundesagentur für Arbeit, Jahresdurchschnitt 2025.
Was bringt es, die Stelle früher zu besetzen?
Jeder Monat, den die Stelle früher besetzt ist, bringt im Beispiel 4.200 € zurück. Ist sie nach drei Monaten besetzt und damit fünf Monate früher als der Durchschnitt, bleiben 5 × 4.200 € = 21.000 € im Betrieb.
Erwin Schmidt & Sohn in Sindelfingen hatte es vorher mit QR-Code-Aufklebern auf den Firmenwagen und der Stelle auf der eigenen Website probiert. Florian Schmidt, Geschäftsführer, sagt dazu: „Hat aber nicht so wirklich was gebracht.“ Mit Anzeigen im Umkreis kamen dann 25 Bewerbungen in 4 Wochen. Die Stelle als Anlagenmechaniker SHK im Kundendienst ist besetzt. Das ist ein Fall aus einem Betrieb, eine Zusage für deinen ist es nicht.
Zum Vergleich mit den 4.200 € im Monat: Das Werbebudget in unseren Kampagnen liegt meist bei 25 bis 33 € am Tag, also 750 bis 1.000 € im Monat, und geht direkt an Meta. Was die Suche bei dir insgesamt kostet, rechnen wir im Erstgespräch mit allen Posten durch. Einen Überblick über die Wege und ihre Kosten gibt der Ratgeber Was kostet es, einen Monteur zu finden?
„Ich kann es jedem nur empfehlen: Wenn wirklich Personalmangel da ist, dass man den Schritt geht.“
Florian Schmidt, Geschäftsführer, Erwin Schmidt & Sohn, Sindelfingen
Wird die Suche von allein leichter?
Die Zahlen sprechen dagegen. Für 10.941 offene Gesellenstellen in Sanitär, Heizung und Klimatechnik gab es 2025 rechnerisch keinen passenden Arbeitslosen. Das sind 70,6 Prozent der offenen Gesellenstellen in diesen Berufen (KOFA/IW). Rund die Hälfte der etwa 48.000 SHK-Betriebe meldet offene Stellen (ZVSHK).
Der Nachwuchs wächst langsam. 2025 gab es 40.770 Auszubildende zum Anlagenmechaniker SHK, 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr (ZVSHK). Bis aus einem Azubi ein Geselle wird, der allein auf die Baustelle fährt, vergehen Jahre.
Die Monteure, die du brauchst, sind also in Arbeit. Du erreichst sie dort, wo sie abends aufs Handy schauen, und musst ihnen zeigen, warum sich der Wechsel zu dir lohnt. Wie das geht, steht im Ratgeber Was macht einen kleinen SHK-Betrieb für Monteure attraktiv?
Was kannst du diese Woche selbst tun?
Die Rechnung oben wird erst mit deinen eigenen Zahlen aussagekräftig. Die meisten davon liegen schon in deiner Buchhaltung.
- Schau nach, wie viele Stunden ein Monteur im letzten Jahr beim Kunden verrechnet hat, und teil durch zwölf.
- Rechne deinen Deckungsbeitrag je Stunde aus: Stundensatz minus Lohnkosten je verrechenbarer Stunde.
- Trag beides in die Tabelle oben ein, zusammen mit den Monaten, die deine Stelle schon offen ist.
- Zähl, wie viele Aufträge du seit der Kündigung verschoben oder abgesagt hast.
- Leg das Ergebnis neben das, was dich die Suche bisher gekostet hat.
Häufige Fragen
Spare ich nicht Geld, solange die Stelle offen ist?+
Du sparst den Lohn, aber du verlierst mehr. Die festen Kosten laufen weiter, und die Stunden, die der Monteur verrechnet hätte, fehlen. Im Rechenbeispiel bleibt nach Abzug des Lohns ein Deckungsbeitrag von 35 € je Stunde. Bei 120 Stunden im Monat fehlen dir damit 4.200 €.
Wie komme ich an meine verrechenbaren Stunden?+
Nimm die abgerechneten Monteursstunden aus deinen Rechnungen der letzten drei Monate und teile sie durch die Zahl der Monteure und Monate. Urlaub und Krankheit sind damit schon raus, genauso Lagerzeit und Fahrten ohne Abrechnung. Die Zahl liegt deshalb immer unter der bezahlten Arbeitszeit.
Wie lange dauert es, einen Anlagenmechaniker zu finden?+
Im Handwerk war eine gemeldete Stelle 2025 im Schnitt 242 Tage offen, laut Bundesagentur für Arbeit. Mit Anzeigen im Umkreis kommen Bewerbungen oft in den ersten 24 Stunden nach dem Start, bei Erwin Schmidt & Sohn waren es 25 in 4 Wochen. Wann die Stelle besetzt ist, hängt dann an deinen Gesprächen und an der Kündigungsfrist des Bewerbers.
Lohnt sich ein Personalvermittler?+
Betriebe nennen uns Honorare von 7.000 bis 10.000 €. Rechne sie gegen deine Kosten je Monat. Besetzt der Vermittler die Stelle zwei Monate früher, hat er sich im Rechenbeispiel mit 8.400 € ungefähr bezahlt gemacht. Frag vorher, ob er Bewerber vorstellt oder nur Profile schickt, und was passiert, wenn der Neue in der Probezeit geht.
Gilt die Rechnung auch für Bürostellen?+
Die Formel passt für jede Stelle, deren Arbeit du verrechnest. Bei einer Bürokraft rechnest du anders. Dort fehlt kein Umsatz, aber jemand anderes macht die Arbeit, oft der Chef am Abend. Senftleben Haustechnik hat für eine Stelle in Lohn und Buchhaltung 21 Bewerbungen in 18 Tagen bekommen, die Stelle ist besetzt.
Quellen
- Bundesagentur für Arbeit, Statistik: Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk, Jahresdurchschnitt 2025 (Bericht 08/2026)
- Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteengpassanalyse 2025, Blickpunkt Arbeitsmarkt (Mai 2026)
- KOFA/IW: Fachkräftesicherung im Handwerk. Ausbildung zwischen Krise und Renaissance, KOFA Kompakt 7/2026
- ZVSHK, Pressemitteilung: SHK-Handwerk 2025, Bilanz (04.05.2026)
Für alle Gewerke
Dieselben Fragen aus Sicht aller Handwerksbetriebe, im Ratgeber der HandwerksManufaktur:
Grundlage sind unsere Gespräche mit SHK-Inhabern und die Zahlen aus unseren Kampagnen, ergänzt um die genannten Quellen. Geschrieben von Noah Seelau mit Unterstützung von KI, jede Zahl ist geprüft.
