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Headhunter, Personalvermittlung oder Social Recruiting: Was passt für SHK-Betriebe?

Vier Wege zum neuen Monteur, nebeneinander: wie sie laufen, wann du zahlst, wo das Risiko liegt und in welcher Lage welcher passt.

Noah SeelauNoah SeelauGründer der HandwerksManufaktur, seit 2019 nur HandwerkAktualisiert 07.11.20268 Min. Lesezeit
Kurz gesagt

Ein Headhunter passt für Führungskräfte und seltene Fachleute, sein Honorar lag 2024 laut BDU im Schnitt bei 27,5 % des Jahresgehalts. Eine Personalvermittlung passt, wenn du keine Zeit für die Suche hast. Zeitarbeit überbrückt Spitzen, höchstens 18 Monate je Monteur. Social Recruiting passt für Monteure im Umkreis, wenn du die Gespräche selbst führst.

Zwei Monteure von Heizung-Sanitär Klaß mit verschränkten Armen vor dem Firmenwagen
Zwei Monteure von Heizung-Sanitär Klaß in Türkenfeld am Firmenwagen
27,5%
des Zieleinkommens betrug 2024 das Honorar einer Personalberatung im Schnitt. 2023 waren es 28 %.Quelle: BDU, Personalberatung in Deutschland 2025
18Monate
darf ein Leiharbeiter höchstens am Stück beim selben Betrieb eingesetzt werden, soweit kein Tarifvertrag etwas anderes regelt.Quelle: Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, § 1 Abs. 1b
25Bewerbungen
in 4 Wochen für einen Anlagenmechaniker SHK, die Stelle ist besetzt. Einzelfall, kein Versprechen.Quelle: eigene Kampagne, Erwin Schmidt & Sohn, 2026

Welche Wege gibt es, und was unterscheidet sie?

Am Montag ruft der dritte Personalberater an und bietet dir einen „Top-Kandidaten aus der Region“ an. Ob du den brauchst oder ob du es selbst schaffst, hängt davon ab, wen du suchst und wie viel Zeit du hast.

Die vier Wege unterscheiden sich vor allem darin, wer sucht, wann du zahlst und bei wem der Monteur am Ende angestellt ist. Ein Headhunter spricht gezielt Leute an, die gerade woanders arbeiten. Eine Personalvermittlung schlägt dir Bewerber aus ihrer Kartei vor. Bei der Zeitarbeit leihst du dir einen Monteur, angestellt bleibt er beim Verleiher. Beim Social Recruiting schaltest du selbst Anzeigen im Umkreis, und die Bewerbungen kommen direkt zu dir.

Was die Wege einzelne Inhaber gekostet haben, steht im Artikel Was kostet es, einen Monteur zu finden?. Hier geht es um die Frage davor: welcher Weg zu deiner Lage passt.

Vier Wege zum neuen Monteur
WegWer suchtWann du zahlstPasst gut bei
Headhunter (Personalberatung)der Berater, per Direktansprachemeist in Raten ab Auftrag, Honorar nach JahresgehaltFührungskraft, seltene Qualifikation
Personalvermittlungder Vermittler, aus seiner Karteimeist erst bei Einstellungkeine Zeit für Suche und Vorauswahl
Zeitarbeitder Verleiherje geleisteter StundeAuftragsspitze, Ausfall überbrücken
Social Recruitingdu, mit Anzeigen im UmkreisWerbebudget laufend, dazu Aufbau und BetreuungMonteure und Kundendienst im Umkreis

Quelle: BDU 2025, Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, eigene Kampagnen 2026. Konditionen einzelner Anbieter weichen ab.

Was kostet ein Headhunter, und für wen lohnt er sich?

Ein Headhunter kostet einen Anteil am Jahresgehalt der neuen Kraft, 2024 laut BDU im Schnitt 27,5 %. Er lohnt sich vor allem für Stellen, bei denen eine Fehlbesetzung teuer wird und kaum jemand von selbst kommt.

Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) befragt jedes Jahr Personalberatungen. In der Studie 2025 lag das durchschnittliche Honorar bei 27,5 % des Zieleinkommens, im Jahr davor bei 28 %. Die befragten Beratungen arbeiten vorwiegend auf Retainerbasis: Du zahlst in Raten ab Auftrag, auch wenn am Ende niemand unterschreibt. Die meisten ihrer Besetzungen, 31 %, lagen im Gehaltsband 100.000 bis 150.000 €.

Das zeigt, wofür das Modell gebaut ist: Führungskräfte. Für einen Monteur rechnest du so:

Honorar = Jahresgehalt × Honorarsatz

Bei 27,5 % sind das je 10.000 € Jahresgehalt rund 2.750 €. Setz dein eigenes Gehalt für die Stelle ein. Im SHK-Betrieb lohnt sich ein Headhunter am ehesten für eine Niederlassungsleitung, einen Meister als Nachfolger oder einen Kältetechniker, den es im Umkreis kaum gibt.

Wie arbeitet eine Personalvermittlung, und wo liegt das Risiko?

Eine Personalvermittlung schlägt dir Bewerber vor, die sie schon kennt, und kassiert meist erst bei der Einstellung. Das Risiko liegt weniger im Geld als darin, wie gut die Kandidaten zu deinem Betrieb passen.

Vermittler arbeiten mit einer Kartei von Leuten, die sich bei ihnen gemeldet haben. Das geht schnell, wenn gerade ein passender Anlagenmechaniker darin steht. Steht keiner drin, wartest du. Ein Inhaber nannte uns für eine Vermittlung 7.000 bis 10.000 €. Das ist ein Einzelfall und kein Marktpreis.

Bevor du unterschreibst, klär diese Punkte schriftlich:

  • Wann wird das Honorar fällig: bei Vertragsunterschrift, beim ersten Arbeitstag oder nach der Probezeit?
  • Was passiert, wenn der Monteur in der Probezeit geht? Gibt es eine kostenlose Nachbesetzung oder Geld zurück?
  • Bekommt der Kandidat dieselbe Stelle auch von anderen Betrieben angeboten?
  • Wie viele Kandidaten hat der Vermittler in deinem Umkreis aktuell?

Ein guter Vermittler beantwortet dir diese Fragen ohne Zögern. Er lohnt sich, wenn du schnell eine Lücke schließen musst und dir die Zeit für Anzeigen und Vorauswahl fehlt.

Wann ist Zeitarbeit eine Lösung?

Zeitarbeit hilft, wenn du für ein paar Monate mehr Leute brauchst, als du hast. Als Weg zum festen Monteur taugt sie nur bedingt, weil der Einsatz gesetzlich begrenzt ist.

Der Leiharbeiter bleibt beim Verleiher angestellt, du zahlst die geleisteten Stunden. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz setzt zwei Grenzen. Höchstens 18 Monate am Stück darf derselbe Leiharbeiter in deinem Betrieb arbeiten, soweit kein Tarifvertrag etwas anderes regelt. Und nach neun Monaten muss er in der Regel so bezahlt werden wie deine eigenen Monteure, mit Ausnahmen über Tarifverträge.

Willst du einen Leiharbeiter übernehmen, darf dir der Verleiher das nicht verbieten. Er darf aber eine angemessene Vermittlungsvergütung verlangen, so steht es in § 9 des Gesetzes. Frag vor dem Einsatz, wie hoch die ist.

Gut passt Zeitarbeit bei einem großen Auftrag mit festem Ende oder wenn ein Monteur länger ausfällt. Prüf vorher, was der Einsatz bei dir genau kostet und ob der Verleiher Leute mit SHK-Ausbildung hat. Diese Angaben sind keine Rechtsberatung, im Einzelfall hilft deine Handwerkskammer.

Zwei Monteure von Erwin Schmidt & Sohn sitzen im offenen Firmenwagen und stoßen die Fäuste aneinander
Zwei Monteure von Erwin Schmidt & Sohn in Sindelfingen im Firmenwagen

Was bringt Social Recruiting im Vergleich?

Social Recruiting bringt dir Bewerbungen von Monteuren aus deinem Umkreis, die gerade woanders arbeiten und nicht aktiv suchen. Die Gespräche führst du selbst, und genau da liegt der Aufwand.

Du schaltest Anzeigen auf Facebook und Instagram, nur im eigenen Umkreis, mit Fotos von deinem Team. Wer sich meldet, beantwortet vorher ein paar Filterfragen und bewirbt sich in 60 Sekunden ohne Lebenslauf. Das Werbebudget zahlst du direkt an Meta, in unseren Kampagnen meist 25 bis 33 € am Tag, also 750 bis 1.000 € im Monat. Dazu kommen Aufbau und Betreuung. Die Monteure sind danach bei dir angestellt, und es fällt kein Honorar je Einstellung an.

Erwin Schmidt & Sohn in Sindelfingen bekam so 25 Bewerbungen in 4 Wochen, die Stelle als Anlagenmechaniker SHK ist besetzt. Heizung-Sanitär Klaß in Türkenfeld bekam 35 Bewerbungen für einen Obermonteur, 16 davon mit Erfahrung im Fach. Das sind zwei Einzelfälle und kein Versprechen.

Der Haken: Bewerbungen kommen oft in den ersten Tagen, und jemand muss zurückrufen. Hast du dafür niemanden, ist ein Vermittler die bessere Wahl.

„Ich kann es jedem nur empfehlen: Wenn wirklich Personalmangel da ist, dass man den Schritt geht.“

Florian Schmidt, Geschäftsführer, Erwin Schmidt & Sohn, Sindelfingen

Welcher Weg passt zu deiner Lage?

Welcher Weg passt, entscheidet vor allem die Stelle und deine Zeit. Oft ist eine Mischung sinnvoll, etwa Zeitarbeit für den Sommer und Anzeigen für die feste Stelle.

  • Du suchst eine Führungskraft oder einen Nachfolger: Headhunter. Da zählt die Direktansprache, und das Honorar steht im Verhältnis zur Tragweite.
  • Du suchst jemanden mit seltener Zusatzqualifikation: Headhunter oder spezialisierter Vermittler.
  • Du brauchst für ein paar Monate mehr Hände: Zeitarbeit, mit klarer Regel zur Übernahme.
  • Du suchst Monteure oder Kundendiensttechniker und kannst Gespräche führen: Social Recruiting im Umkreis.
  • Du hast keine Zeit für Rückrufe und Vorauswahl: Personalvermittlung.

Eine gemeldete Stelle in Handwerksberufen war 2025 im Schnitt 242 Tage offen, über alle Berufe 167 Tage, so die Bundesagentur für Arbeit. Rechne deshalb mit, was dich jeder Monat ohne den Monteur kostet. Ein teurer Weg, der in sechs Wochen jemanden bringt, kann günstiger sein als ein billiger, der ein halbes Jahr dauert. Wie du das rechnest, steht im Artikel Was kostet eine unbesetzte Stelle?

So lange war eine gemeldete Stelle 2025 im Schnitt offen
Handwerksberufe242 Tage
Alle Berufe167 Tage

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Jahresdurchschnitt 2025

Was kannst du diese Woche selbst tun?

Bevor du einen Vertrag unterschreibst, schreib die Stelle und deine Lage auf ein Blatt.

  1. Notier, wen genau du suchst, zum Beispiel einen Gesellen für den Kundendienst oder einen Obermonteur.
  2. Schätz das Jahresgehalt und rechne mit 27,5 % aus, was ein Headhunter etwa kosten würde.
  3. Frag jeden Anbieter, der dich anruft, nach dem Honorar und danach, was bei einer Kündigung in der Probezeit gilt, und lass es dir schriftlich geben.
  4. Leg fest, wer im Betrieb Bewerber zurückruft und wann Gespräche stattfinden.
  5. Frag dein Team, ob jemand einen Monteur kennt, der wechseln würde.

Mit diesen fünf Antworten siehst du schnell, ob du Hilfe beim Suchen brauchst oder nur mehr Bewerbungen.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Headhunter für einen Monteur?

Selten. Personalberatungen rechnen laut BDU im Schnitt mit 27,5 % des Jahresgehalts, oft in Raten ab Auftrag, und ihre meisten Besetzungen liegen bei 100.000 bis 150.000 € Gehalt. Für Monteure im Umkreis gibt es günstigere Wege. Für eine Führungskraft oder einen Nachfolger kann sich ein Headhunter rechnen.

Was passiert, wenn der vermittelte Monteur in der Probezeit kündigt?

Das regelt allein dein Vertrag mit dem Vermittler. Ob du dann eine kostenlose Nachbesetzung oder Geld zurückbekommst, steht dort. Lass dir vor der Unterschrift schriftlich geben, was in diesem Fall gilt und wann das Honorar fällig wird.

Darf ich einen Leiharbeiter fest einstellen?

Ja. Ein Verbot im Vertrag mit dem Verleiher wäre nach § 9 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz unwirksam. Der Verleiher darf aber eine angemessene Vermittlungsvergütung von dir verlangen. Frag vor dem Einsatz, wie hoch sie ist und ob sie mit der Einsatzdauer sinkt.

Kann ich Social Recruiting und Vermittler kombinieren?

Ja, das machen manche Betriebe. Die Anzeigen bringen Bewerbungen von Monteuren aus dem Umkreis, der Vermittler sucht parallel für eine schwer zu besetzende Stelle. Achte nur darauf, dass du bei einem Kandidaten weißt, über welchen Weg er kam, damit kein Honorar doppelt fällig wird.

Wie viel Zeit kostet mich Social Recruiting?

Am meisten Zeit brauchen die Rückrufe und Bewerbungsgespräche. Dazu kommen ein Startgespräch und ein Fototermin im Betrieb von meist 1,5 bis 2 Stunden. Aus unseren Kampagnen sind das insgesamt rund 5 bis 6 Stunden. Wer keine Zeit für Rückrufe hat, ist mit einem Vermittler oft besser bedient.

Quellen

  1. BDU: Personalberatungsbranche in Deutschland, Pressemitteilung zur Studie Personalberatung in Deutschland 2025 (27.08.2025)
  2. Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG), § 1 Überlassungshöchstdauer
  3. Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG), § 8 Gleichstellungsgrundsatz
  4. Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG), § 9 Unwirksamkeit
  5. Bundesagentur für Arbeit: Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk (Jahresdurchschnitt 2025, veröffentlicht 2026)

Für alle Gewerke

Dieselben Fragen aus Sicht aller Handwerksbetriebe, im Ratgeber der HandwerksManufaktur:

Grundlage sind unsere Gespräche mit SHK-Inhabern und die Zahlen aus unseren Kampagnen, ergänzt um die genannten Quellen. Geschrieben von Noah Seelau mit Unterstützung von KI, jede Zahl ist geprüft.

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